Abschnitt 3 Die Messung latenter Variablen

Die Messung latenter Variablen erfolgt in der politischen Kommunikationsforschung insbesondere über die standardisierte Befragung der Wahlbevölkerung, der Politiktreibenden oder Medienschaffender sowie die Medieninhaltsanalyse.5

Im Seminar selbst beschränken wir uns, wie bereits deutlich geworden sein sollte, auf die Erhebung latenter Konstrukte durch standardisierte Befragungsforschung.

Hierzu greifen Sie auf Ihr Wissen zur Befragungsforschung aus Ihrem bisherigen Studium zurück, weshalb Ihnen die Pflichtlektüre zu diesem Abschnitt eigentlich als einfache, auf die letztendliche Modellierung und Analyse der erhobenen Daten zugeschnittene, Wiederholung gereichen sollte.

Die folgenden Lernziele verbinden sich mit dieser Sitzung:

  • Warum könnte es schwierig sein in der Beobachtung oder der Inhaltsanalyse erhobene Konstrukte als latente Variablen zu modellieren?
  • Welche Fallstricke gibt es bei der Messung latenter Variablen in der standardisierten Befragung?

  1. Für die Beobachtung ist die Erhebung latenter Variablen meines Wissens nach eher unüblich was vor allem daran liegt, dass man ja erst einmal manifestes Verhalten dokumentiert, aus dem man dann wiederrum auf nicht-manifeste Sachverhalte schließen können muss. Das ist zwar zunächst überhaupt nicht problematisch, allerdings kann man für die statistische Modellierung ja einfach die manifesten Beobachtung wählen. Dennoch gibt es auch hier genug Fragen und Ansätze zur Konzeption und Modellierung latenter Variablen (siehe das Beispiel von Milli, Belli, and Hardt (2020) aus einer der ersten Sitzungen). Interessant ist hier auch die Perspektive von Borsboom (2008), der argumentiert, dass bspw. alle psychlogischen Konstrukte latenter Natur sind.↩︎